Task breakdowns

B2B-Website für Hersteller statt Template: Was kostet das?

Analyse: Wie eine Unternehmenswebsite mit Produktkatalog für Hersteller entsteht, die nicht nach Baukasten aussieht, schnell lädt und ohne Entwickler pflegbar bleibt.

The problem

Ein Produktionsunternehmen will sichtbar werden und stellt fest: Es gibt entweder gar keine Website oder eine alte Onepage-Visitenkarte. Die Anfrage klingt fast immer gleich: „nicht wie bei allen anderen", „soll schnell gehen", „wir wollen Produkte später selbst pflegen". In der Praxis wird ein fertiges Theme mit Demo-Content gekauft, und ein halbes Jahr später sitzen drei Wettbewerber auf derselben Vorlage, der mobile PageSpeed liegt bei 35, und für eine geänderte Zahl in der Technik-Tabelle muss man den Dienstleister anschreiben und Stundensatz zahlen.

Im B2B entscheidet nicht das Design. Ein Konstrukteur oder Einkäufer kommt mit einer konkreten Frage: Gibt es eine Position mit diesen Kennwerten, fertigen Sie nach Zeichnung, welche Qualitätsdokumente liegen vor. Fehlt die eigene Produktseite mit Datentabelle und Preisanfrage-Formular, geht die Anfrage zum Wettbewerber, der sie hat. Der zweite Verlust ist leiser: Die Anfrage landet nur per E-Mail, der Vertrieb öffnet das Postfach drei Stunden später — da hat der Interessent längst ein Angebot von jemand anderem.

What makes it hard

Die härteste Einschränkung ist nicht technisch, sondern die Budgeterwartung. Ein Richtwert von rund 250 Euro und gleichzeitig die Forderung „individuelles Erscheinungsbild + Katalog mit 15–20 Positionen auf eigenen Seiten + Blog + Texte von Grund auf" existieren nicht im selben Projekt. Für dieses Geld entsteht eine Onepage im Baukasten mit Standard-Look, ohne Katalog als Datenstruktur und ohne geschriebene Texte — also genau das, was der Auftraggeber vermeiden wollte. Das gehört an den Anfang des Gesprächs, nicht in die Abnahme.

Die zweite Einschränkung sind die Materialien. Hersteller haben in der Regel weder fertige Texte noch eigene Werksfotografie noch eine strukturierte Positionsliste mit Kennwerten. Also schreibt der Dienstleister die Texte, Bilder kommen lizenziert aus Stock-Quellen, und die Katalogliste wird zur eigenen Abhängigkeit: Solange sie nicht geliefert ist, bleiben die Produktseiten leer und der Termin rutscht. Die dritte ist der Termin selbst. „Zwei bis drei Wochen" zu einem festen Datum (Messe, Veranstaltung) bedeutet oft, den vollen Umfang auf 10 Arbeitstage zu pressen. Ehrlicher ist die Teilung: zum Stichtag online mit Design, Katalog und Formularen, SEO-Feinschliff und Fachartikel in der Woche danach.

How we solve it

Das Design entsteht direkt im Code anhand von Referenzen. Der Kunde nennt 3–5 Websites und erklärt, was ihm daran gefällt; die Startseite liegt auf einer Arbeitsadresse und wird im Browser und am Telefon angesehen. Damit entfällt die Doppelarbeit „erst Figma-Layout, dann dasselbe noch einmal im Code", die zweimal bezahlt wird. Stack: Next.js mit integriertem CMS (Payload) und PostgreSQL, statische Generierung, Bilder automatisch in WebP/AVIF, Ziel mobiler PageSpeed 90+ mit Festschreibung des Werts im Abnahmeprotokoll. Die Alternativen verlieren an konkreten Punkten: Baukästen liefern 40–65 beim Tempo und kosten dauerhaft 16–49 $/Monat, WordPress mit Plugin-Stapel bedeutet Update-Zoo und ein wiedererkennbares Theme.

Der Katalog ist kein Stapel Seiten, sondern ein Datentyp: Produkt = Bezeichnung + Kennwerttabelle + Fotos + Einsatzbereiche + Dateien/Zeichnungen + Preisanfrage-Formular. Dann sind die Erweiterung von 15 auf 60 Positionen, neue Kategorien, Filter und eine zweite Sprache eine Konfiguration und kein Neubau. Mehrsprachigkeit wird ab Tag eins im CMS aktiviert, auch wenn der Start einsprachig erfolgt: Separat bleibt nur die Übersetzung der Inhalte, und die macht man sinnvollerweise dann, wenn das Exportgeschäft sie wirklich braucht. Anfragen aus allen Formularen gehen gleichzeitig per E-Mail und in Telegram (alternativ Slack oder Microsoft Teams) — der Vertrieb sieht sie in Sekunden; Spam-Schutz ohne Captcha, die Kunden abschreckt.

Ein eigener Block sorgt dafür, dass die Website keine Geisel wird. Domain, Hosting, Mail und Analytics laufen ab dem ersten Tag auf das Unternehmen des Auftraggebers, der Quellcode liegt von Projektbeginn an in dessen Repository, nicht erst nach der Schlusszahlung. Admin-Oberfläche auf Deutsch plus 15-minütige Videoanleitung: Texte, Produkte, Kennwerte, Galerie, FAQ, Artikel und Kontakte sind selbst pflegbar. Soll die Website Anfragen aus der Suche bringen und nicht nur als Visitenkarte unter Angeboten stehen, kommt die SEO-Schicht dazu: Erhebung echter B2B-Suchanfragen, Struktur und Texte darauf, Schema.org Organization/Product je Produkt, Google Business Profile und einige technische Fachartikel — genau die fangen die langen technischen Suchphrasen ab, mit denen Konstrukteure suchen.

What drives the price and timeline

Marktspanne im DACH-Raum, Stand 2025–2026: Onepage-Visitenkarte auf individueller Codebasis 1 500–2 500 € und etwa eine Woche; Unternehmenswebsite mit Katalog über 15–20 Positionen, eigenen Produktseiten, Blog und Texten schlüsselfertig 4 500–7 500 € und 12–15 Arbeitstage; dieselbe Website mit Keyword-Recherche, Produkt-Markup, Fachartikeln und CRM-Anbindung der Anfragen 8 000–12 000 € und 16–20 Tage; Version mit zweiter Sprache, Katalog bis 60 Positionen mit Filtern, Auswahl-Konfigurator und Händlerbereich 14 000–20 000 € und rund 25 Tage. Kleinposten laufen separat und direkt über die Karte des Auftraggebers: Domain 10–30 €/Jahr, Hosting mit CDN ab 5 $/Monat, SSL 0 €, Lizenzbilder 0–150 € einmalig.

Der Hauptfaktor für den Preis ist nicht die Seitenzahl, sondern der Umfang der Content-Erstellung und die Tiefe des Katalogs. 12 Textseiten und 20 Produktbeschreibungen mit Kennwerten zu schreiben ist mehr Arbeit, als diese Seiten zu bauen. Zweitwichtigster Faktor: zweite Sprache und Katalogfilter. Ist die Struktur von Anfang an angelegt, kostet der Umstieg einen Aufpreis; ist sie es nicht, liegt der Umbau bei der halben Websitekosten. Betreuung nach dem Start üblicherweise 300–600 €/Monat für Updates, Backups, Monitoring und einige Stunden Änderungen — oder stundenweise 90–140 € ohne Grundgebühr.

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